Test Drive Unlimted, das erste Need For Speed seit Jahren, wenn auch unter anderem Namen, erfand das Genre des MOOR, Massively Open Online Racing. Auf der XBox 360 sah dies so aus, dass der Spieler ohne sichtbaren Übergang zwischen Einzelspieler und Mehrspielererfahrung wechseln kann, und das Spiel somit eine insgesamt sehr runde Erfahrung wird.
Bringen wir nun den Windows PC ins Spiel. Auch hier ist Test Drive Unlimited verfügbar, und auch hier gibt es MOOR. Nur leider gibt es da auch noch ein paar Probleme, große Probleme. Das erste gleich vorweg, das Spiel benutzt Gamespy für den Online Modus.Ich bin allgemein kein großer Freund von Registrierungen, was hier bereits ein erstes Problem war, aber immerhin kann man die Registrierung von innerhalb des Spieles durchführen. Der nächste Punkt allerdings zog mir dann doch schon in Zeitlupe die Schuhe aus: Zu Beginn des Spiels muss sich der Spieler entscheiden ob er online oder offline Spielen möchte. Diese Entscheidung ist unumkehrbar, ein online Profil kann nicht in ein offline Profil umgewandelt werden und umgekehrt. Und, dies war der Moment wo mein zweiter Schuh sich von meinem Fuss entfernte: Ein online Profil muss immer im Netz gespielt werden. Es gibt keinerlei Fallback Funktion sollte einmal der Server nicht verfügbar sein, das Profil lässt sich dann einfach nicht starten.
Gut, freundlichst angewidert von diesen Optionen entschied ich mich für den offline Modus, da so mein Profil wenigstens noch funktioniert wenn Gamespy kein Interesse mehr an TDU zeigt.
Im Laufe des Spiels dann allerdings das nächste massive Problem: Die offline Bots, welche die online Mehrspieler ersetzen sollen, eignen sich ausschließlich für Duel Rennen ohne Einsatz. Soweit vielleicht noch kein Problem, wenn nicht auch so ein offline Profil bis unter den Fahrzughimmel mit online Eigenschaften gefüllt wäre. Ein nicht unbedeutender Anteil an Achievements im Spiel ist Mehrspieler basiert. Diese Achievements kann man in einem offline Profil nie erreichen, da die Bots nicht in der Lage sind in einem Mehrspieler Rennen zu agieren. Clubs und Drive-Ins sind nicht nutzbar, da diese ausschließlich für den online Modus konzipiert sind, und ebenfalls nicht von den Bots emuliert wird. Eigene Herausforderungen kann man im Spiel fleißigst erstellen; sie haben allerdings keine Bedeutung, da die Bots schließlich keine Mehrspieler Rennen fahren können.
LAN Funktionalität ist ebenfalls nicht vorhanden, so dass selbst über diesen Weg keine Möglichkeit besteht die vorhandenen Mehrspielerfunktionen zu nutzen.
Wiedereinmal zeigt sich leider dass Publisher aktuell den PC doch sehr misshandeln. Test Drive Unlimited für Windows ist von Hause aus in einem sehr verkrüppelten Zustand, wo man es entweder ohne Internet gar nicht spielen kann, oder offline permanent daran erinnert wird dass man das Spiel nie „vollständig“ wird spielen können.
Unabhängig davon benutzt das Spiel nur eine einzige Steuerungsbelegung, so dass man entweder per Tastatur fahren muss, oder per Gamepad die Menüs bedienen. Beides ist keine gute Lösung, insbesondere da alle Tastenhinweise auf dem Bildschirm sich nach der Tastatur richten, und entsprechend bei Nutzung eines Gamepads einfach mal irreführend sind.
Natürlich sind auch bei standardisierter Tastenbelegung zahlreiche Hinweise zu finden dass das grafische Design nahezu unverändert von der XBox360 übernommen wurde. Vierfarbige Bestätigungsschaltflächen mit dem jeweils gleichen Symbol sind allerdings nich so dolle wenn die eigene Tastatur nur einfarbig ist. Das Umlegen der Steuerung auf die entsprechenden Tasten eines XBox360 Gamepads ist ebenfalls nicht möglich, da das System sich sonst über Mehrfachbelegungen beschwehrt. Würde auch zuviel Sinn machen wenn ich mit dem D-Pad nicht nur die Karte bewegen, sondern auch das Radio einstellen könnte.
Und weil ich gerade so schön beim Thema Karte bin: Die Zoomfunktion der Karte ist auf das Mausrad gelegt, und nicht veränderbar. Jedes Mal wenn man also stolz mit seinem Gamepad diverse Pickups in Schuhkartons verwandelt hat, und nun dem GPS sagen möchte es solle den Weg nach Hause finden, muss der geneigte Raser die Maus in die Hand nehmen. Keine sehr schöne Lösung.
Alles in allem möchte ich trotzdem bemerken: Das Spiel und Konzept an sich ist absolut tadellos, und das beste Need For Speed was ich seit Jahren gefahren bin, Hut ab vor den Entwicklern. Meine Kritik richtet sich vor allem an Atari, welche (wie üblich) nicht die Ressourcen zur Verfügung stellen um die Windows Version auf eine ähnlich gute Qualität wie die XBox360 Version zu heben.
PS: Für die Bewohner unter den Lesern: Die Entwickler von Test Drive Unlimited, Eden Software, zeichnen sich auch verantwortlich für Need For Speed: Porsche. Ähnlichkeiten in Qualität und Fahrgefühl sind also kein Zufall.
Was sagt uns das jetzt? Auf kurz oder lang kommt irgendwann eine Xbox 360 zu dir ins Haus? Ok, wahrscheinlich eher „auf lang“, da du ein ähnliches Problem hast wie ich momentan mit dem Rechner. Du bräuchtest alle Komponenten neu. Alle Komponenten bei einer Spielekonsole? Kein Problem! Ha. Weit gefehlt ohne TV ^^ (So hat sich ein Bewohner wieder einen Kommentar gespart).
Sowas ähnliches hat ja Rockstar auch mit GTA 4 auf dem PC gemacht. Ich zitiere mal Wiki, wo das schön zusammengefasst ist:
Wen wundert es da, das eine „gecrackte“ Version beliebter ist? O.o
@GTA 4:
Empfohlene Systemvorraussetzungen:
Prozessor: Intel Core 2 Quad 2.4Ghz oder AMD Phenom X3 2.1Ghz
ALSO QUAD O.o
Die Xbox hat meines Wissens noch nicht mal einen Quad. Aber immer ruckelfrei läuft GTA4 auch nicht, TDU btw ebenfalls.
Aber die Box hat schlichtweg den Vorteil, dass man sich den Rechner nicht mit irgendwelchen Prozessen und Kopierschutzen zumüllen muss, nur um ein Spiel zu spielen. Die meisten Spiele sind in der Hinsicht halt stinkende Scheisshaufen und keine Goldstücke wie Sins
Das die Xbox keinen Quad hat, ist ja nicht von belang. Ich sag nur Dos-Box oder sämtliche anderen Emulationen…
In dem Falle laufen GTA IV und auch TDU nicht in einem Emulator, sondern sind portiert. Also zumindest Teile davon.
Was du dir so alles vorstellst…
Also die 360 hat DirectX-nahe Architektur. Eine Portierung zum PC erfolgt daher recht häufig durch einen Funktionswrapper, zumindest was die Kern Engine angeht. Umliegende Elemente wie Input werden dann noch durch die diversen DirectX Module gejagt.
Was am Ende zählt ist, es gibt eine weitere Abstraktionsschicht (nach dem Treiber und DirectX), sowie eine ordentliche Sammlung an „Übersetzerfunktionen“, die z.B. die 3 Kern Engine der 360 auf 2 Kern umsetzen, oder den RAM anders nutzen, etc.
Dieses Wrapper System ist auch ein Grund warum ein Mehrkern fast schon zwingend erforderlich ist bei den Portierungen, einfach weil das Spiel auf Grund der Hardware der 360 für 3 Threads geschrieben wurde.
Als Ergebnis sind die Anforderungen eines 360 Ports höher als die einer qualitativ gleichwertigen, aber nativen Engine. Der Unterschied ist nicht so hoch wie bei echter Emulation (12-16x für volle Emulation, 4-8x für HLE), aber dennoch spürbar genug, dass der geneigte PC Nutzer sein Geld in die Hardware stecken muss, und die Software danach für weniger Geld aufsucht.