Es ist mal wieder soweit

Vor wenigen Stunden hat ein Typ in der Nähe von Stuttgart gut ein duzend Leute in einer Schule umgenietet.

n-tv war binnen weniger Minuten am Fall dran, und hatte auch tatkräftige Unterstützung in Form eines Psychologen am Telefon dabei.

1. Frage von n-tv: Gibt es bei Amokläufern etwas wie ein Täterprofil?

Psychologe: *Geschwafel* nein

2. Frage von n-tv: Sind Computerspiele schuld?

*n-tv zeigt schlecht abgefilmte Röhrenbildschirme auf denen Counter-Strike läuft*

Psychologe: *Geschwafel* nein

Ich lasse das erstmal so stehen, bevor meine gerade platzende Hutschnur noch den Kragen in Mitleidenschaft zieht.

Nachtrag 14:00: Ich möchte keinesfalls mit meiner Aussage die Tat selbst herunterspielen. Viel mehr ist meine Absicht eine Anklage der üblichen Medienkreise, die die Emotionalität einer solchen Tat sofort für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, und sich der Situation noch nicht einmal schämen. Selbst die Familienministerin von der Leyen hat in einer ersten Aussage im gleichen Satz ihr Entsetzen ausgesprochen und mehr Prävention gefordert. Das ist unehrenhaft, und ein Herumtrampeln auf den Menschen die dieser Tat zum Opfer fielen, und darüber bin ich empört.

Nachtrag von BaZkiT:

Brot
Brot

4 Kommentare

  1. Zumal es auch nichts mit gutem Journalismus zu tun hat, immer wieder in die gleiche unbewiesene Kerbe zu schlagen, nur weil das populär ist.
    Hätten Spiele diese Wirkung, hätte ich schon längst ein halbes Dutzend Häuser auf Hawaii (mit entsprechendem Fuhrpark) und wäre ein Mafia-bekämpfender Autodieb serbischer Abstammung im Dienste ihrer Majestät.

  2. Ich glaube deine Argumentation ist der Sache genauso wenig zuträglich wie deren. Es geht schließlich nicht um eine direkte Kopie der Realität. Im von dir genannten Falle von Test Drive zum Beispiel wären es eher Resultate der Form „Das mit der dritten Spur bei 150km/h kann ich ganz gut, so komm ich noch schneller zur Arbeit“, und es gibt dort durchaus diskussionswürdige Probleme in diesem Bereich (Senkung von Hemmschwellen, unterbewusstes Lernen bestimmter Stress-Situationen). Polemik allerdings hilft beiden Seiten nicht viel, zumal die Seite für Verbote so gut wie keinerlei Erfahrung mit dieser Art Unterhaltungsindustrie hat, und sich trotzdem anmaßt entscheiden zu können.

  3. Den Vogel abgeschossen hat Galileo gestern.
    Die haben einen Lehrer vom Gutenberg-Gymnasium in Erfurt (wo vor 7 Jahren ein Amoklauf war) auf die Gamesconvention geschickt und haben ihn bewerten lassen, ob sogenannte Killerspiele Amokläufer heran züchten.
    Also so leid es mir auch tut, was dem Lehrer widerfahren ist, aber wie kann Galileo sowas mit jemand vorbelastetem tun?!

  4. Vorbelastet ist noch nichmal das Problem. Ich würde mir vor allem um die psychologische Ausbildung des Lehrers sorgen machen, und seine persönlichen Erfahrungen aus 1. Hand (selber spielen, nich selber abgeschossen werden).
    Abgesehen davon ist die GC wohl eher nicht der richtige Ort für eine psychologische Analyse der Spiele, dafür ist eher das Büro bzw. die Bibliothek geeignet.

    „Leider“ stimmen die meisten halbwegs seriösen Psychologen nicht mit der vorgefertigten Meinung der wichtigsten Medien überein, und sind daher für Berichterstattung ungeeignet. Da müssen dann eben schon traumatisierte Personen ohne irgendwelche nachweisliche Erfahrung im Fachgebiet vor die Kamera gezerrt werden.

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